Heckrinder _ lebende Kunstwerke
In den 1930er Jahren hatten die Gebrüder Heck die Vision, das ausgestorbene Urrind wieder zum Leben zu erwecken. Die beiden Zoodirektoren aus München und Berlin wurden bekannt durch die Rückzüchtung des Auerochsen. Sie sind die geistigen Väter des "Heckrindes", einer unserer urigsten Rinderrassen.
Ihr Ziel war es, durch Kombinationskreuzung verschiedener urtümlicher Individuen die einzelnen Wildeigenschaften des Auerochsen wie in einem Puzzle wieder zu vereinen. Die Brüder Heck kreuzten spanische Kampfrinder, schottische Hochlandrinder, korsische Kühe, ungarische Graurinder und andere Rassen und erhielten bereits nach wenigen Generationen Nachkommen, die dem ausgestorbenen Urrind verblüffend ähnlich sahen.
Die neugezüchteten Auerochsen wurden in Wildgattern und den unberührten Wäldern Ostpreußens ausgesetzt, wo sie sich gut vermehrten und Verhaltensmuster frei lebender Wildtiere zeigten. Man wollte sie wie zu Zeiten der Ritter und Könige des Mittelalters hegen und jagen. Im Zweiten Weltkrieg wurden diese Herden jedoch restlos ausgelöscht.
Nur wenige Exemplare überlebten in Zoos. Sie bildeten die genetische Basis der modernen Heckrinder und waren die Voraussetzung für die "Renaissance der Urrinder" im Naturschutz und in der Landschaftspflege.
Aus heutiger Sicht weiss man, dass derartige Rückzüchtungen allenfalls ein Modell der ausgestorbenen Tierart liefern können - der Auerochse bleibt trotzdem eine für immer ausgestorbene Tierart. Letztlich ist das Heckrind ein "lebendes Kunstprojekt", entstanden durch die Phantasie und den unermüdlichen Forschergeist des Menschen.

Weitere Infos unter www.auerochsen.de